Dein Weg zu innerer Balance.
ashe-massagen.

Prävention im Büro: Neue Tele-Gym-Übungen gegen Rückenschmerzen ab September

Der Bayerische Rundfunk (BR) strahlt am 4. September 2026 um 7:20 Uhr die Tele-Gym-Folge „Stabil im Sitzen" aus, in der Johanna Fellner Übungen gegen Rückenschmerzen am Arbeitsplatz anleitet.

Kilian Dornbusch, BGM-Berater und Experte für betriebliche Prävention · aktualisiert 29. August 2026

Prävention im Büro: Neue Tele-Gym-Übungen gegen Rückenschmerzen ab September

Rückenschmerzen am Arbeitsplatz: BR zeigt Übungen ab 4. September

Laut BR richtet sich die Einheit an alle Alters- und Leistungsstufen; nach der Ausstrahlung steht sie in der ARD Mediathek zur Verfügung. Für BGM-Verantwortliche ist das Format relevant: Es erreicht ohne Kursgebühr, Anmeldung oder organisatorischen Vorlauf eine breite Belegschaft.

Skalierbares Präventionsformat

Tele-Gym ist niedrigschwellig, und genau das macht die Sendung für Unternehmen interessant, die Beschäftigten ohne eigenes BGM-Budget erste Bewegungsimpulse geben wollen. Die Übungen sind nach Sendungsbeschreibung präventiv angelegt; bei akuten Beschwerden verweist der BR auf ärztliche Abklärung.

Inhaltlich reiht sich die Folge in eine Reihe von Bewegungsformaten ein. Am 27. August lief „Locker auf dem Hocker – mehr als nur Sitzen", am 3. September folgt „Nachgespürt – aktive Körperwahrnehmung". Das BR-Begleitmaterial nennt zudem ergonomische Basisregeln: Monitor auf Augenhöhe, Tastatur und Stuhl so eingestellt, dass die Knie einen 90-Grad-Winkel bilden, häufig genutzte Gegenstände in 38 bis 50 Zentimetern Reichweite, alle 20 bis 30 Minuten eine kurze Bewegungspause.

Rückenschmerzen als BGM-Thema

Muskel- und Skeletterkrankungen zählen in deutschen Unternehmen zu den dominierenden Ursachen für Arbeitsunfähigkeit. Sie schlagen regelmäßig mit hohen Anteilen am Krankenstand zu Buche; die genauen Werte schwanken je nach Branche und Erhebung.

Ein bislang wenig beachteter Treiber ist die Bildschirmzeit Jugendlicher. Der Social-Media-Report 2026 der Techniker Krankenkasse, vorgestellt am 27. August in Berlin, weist eine Korrelation zwischen intensiver Nutzung sozialer Netzwerke und körperlichen Beschwerden aus. Bei 12- bis 17-Jährigen mit täglich vier oder mehr Stunden in Social Media berichten 30 Prozent von Muskelverspannungen oder Rückenschmerzen, bei ein bis zwei Stunden sind es 17 Prozent. Die TK betont, dass die Daten keinen ursächlichen Zusammenhang belegen. Für BGM-Verantwortliche relevant ist die Richtung: Junge Beschäftigte bringen diese Beschwerden bereits in den Arbeitsalltag mit.

Was HR-Verantwortliche jetzt prüfen sollten

  • Bewegungsintervalle statt Sitz-Marathon. Alle 20 bis 30 Minuten aufstehen ist trivial gesagt und selten umgesetzt. Stehtisch, Timer-Erinnerung oder kurze Team-Pause vor dem Monitor sind niedriginvestive Hebel.
  • Ergonomie-Check am Einzelarbeitsplatz. Bildschirmhöhe, Stuhleinstellung, Ablage häufig genutzter Materialien: Standardparameter mit direktem Effekt auf Fehlhaltungen.
  • Prävention vor Therapie. Tele-Gym und ähnliche Bewegungsformate senken die Schwelle, überhaupt aktiv zu werden. Sie ersetzen keine arbeitsmedizinische Untersuchung, können aber den Einstieg erleichtern.
  • Gen Z ansprechen. Laut der Talent-Trends-Studie von Michael Page ist psychische Gesundheit für 27 Prozent der Gen-Z-Beschäftigten oberste Priorität im Beruf, gefolgt von Jobzufriedenheit und Work-Life-Balance. Programme, die körperliche Prävention und mentales Wohlbefinden bündeln, treffen diese Erwartung.

Kosten-Nutzen-Bilanz

Die BR-Folge kostet null Euro, die ergonomische Anpassung am Arbeitsplatz wenige hundert Euro pro Platz, ein organisiertes Bewegungspausen-Programm nochmals vergleichbar. Dem steht ein Krankenstand gegenüber, bei dem muskuloskelettale Beschwerden regelmäßig den größten oder zweitgrößten Block bilden. Die Rechnung ist betriebswirtschaftlich einfach: Wer die Bewegungsschwelle senkt, reduziert tendenziell Fehltage. Tele-Gym ersetzt kein BGM-Konzept, ist aber als Skalierungshebel für die Belegschaft ernst zu nehmen.