Dein Weg zu innerer Balance.
ashe-massagen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement: Strategien für nachhaltige Mitarbeitergesundheit

Nach Angaben der BGN Akzente hat die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) im September 2025 eine zweitägige Fortbildung für BGM-Verantwortliche aus Mitgliedsbetrieben durchgeführt.

Kilian Dornbusch, BGM-Berater und Experte für betriebliche Prävention · aktualisiert 05. August 2026

Betriebliches Gesundheitsmanagement: Strategien für nachhaltige Mitarbeitergesundheit

Im Zentrum stand nicht ein weiteres Pflichtprogramm, sondern der strukturierte Erfahrungsaustausch untereinander – zu Themen wie KI im BGM, Pausengestaltung, Suchtprävention und psychologische Betreuungsaufgaben im Betrieb. Die nächste Fortbildung ist laut BGN für Herbst 2027 geplant.

Pflicht versus Kür: Wo der Hebel sitzt

BGM ist keine gesetzliche Pflicht, wie die BGN in ihrem Bericht hervorhebt. Pflicht sind Arbeitsschutz, Gefährdungsbeurteilung und Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM). Die Kür umfasst Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) und ein systematisches Gesundheitsmanagement. Genau in diesem Freiraum entscheidet sich, ob ein Unternehmen aus den Pflichtelementen tatsächlich messbare Effekte auf den Krankenstand und die Mitarbeiterbindung erzielt – oder ob es bei symbolischen Aktionen bleibt.

Für HR-Verantwortliche und Geschäftsführungen ist die Trennlinie relevant: Investitionen in BGM lassen sich gegenüber der Unternehmensleitung nur dann rechtfertigen, wenn sie Fluktuationskosten senken, die Produktivität stabilisieren oder Stressoren nachweisbar reduzieren.

Was den Erfahrungsaustausch produktiv macht

Die BGN-Veranstaltung setzte auf einen Mix aus Impulsvorträgen, Workshops, Marktständen und einem Barcamp mit selbst gewählten Themen. Genannt werden unter anderem:

  • Einsatz von KI und einer betriebsinternen App für die BGM-Kommunikation
  • Schlüsselfaktoren eines funktionierenden BGM
  • Suchtprävention und Pausengestaltung
  • Dezentrale BGM-Strukturen und saubere Zielformulierung
  • BGN-Angebote wie das Prämienverfahren, Gesundheitstage, die Beschäftigtenbefragung MOLA zur psychischen Gesundheit sowie VISION ZERO

Praxisfragen der Teilnehmenden drehten sich laut Bericht um konkrete Probleme: „Wie erreicht ihr Kollegen in der Spätschicht?", „Wie organisiert ihr Workshops?", „Wie holt ihr Führungskräfte ins Boot?" Diese Fragen treffen den Kern der Skalierbarkeit – denn viele BGM-Maßnahmen scheitern nicht an der Idee, sondern an der Reichweite in Schichtbetrieben und an der fehlenden Unterstützung durch das Management.

Offene Punkte: Messbarkeit und Reichweite

Im Barcamp tauschten sich die Teilnehmenden über Nudging, schwer erreichbare Personengruppen, Erfolgsmessung und Analyseinstrumente im BGM aus. Genau diese Themen verdienen aus Beratersicht besondere Aufmerksamkeit: Solange BGM-Maßnahmen nicht über Kennzahlen wie Krankenstandsentwicklung, BEM-Quote oder Mitarbeiterzufriedenheit evaluiert werden, bleibt der ROI eine Behauptung.

Wer jetzt plant, ein BGM aufzubauen oder bestehende Angebote zu erweitern, sollte drei Punkte mitnehmen:

  • Zuerst die Reichweite klären: Welche Schichten und Standorte werden tatsächlich erreicht?
  • Dann die Führungskräfte einbinden, sonst bleibt BGM ein HR-Solitär.
  • Anschließend die Erfolgsmessung definieren – idealerweise vor dem Start der Maßnahme.

Die BGN kündigt die nächste Fortbildung für Herbst 2027 an. Für Unternehmen, die zwischenzeitlich pragmatische Antworten suchen, bleibt der dokumentierte Erfahrungsaustausch aus dem September 2025 ein brauchbarer Referenzpunkt.