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Arbeitsverdichtung als Gesundheitsrisiko: Warum Prävention für Unternehmen zum harten Kostenfaktor wird

Nach Daten des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) fehlten 2025 rund 369.516 qualifizierte Arbeitskräfte in Deutschland, wie Ad-hoc-news.de berichtet. Besonders betroffen sind Pflege, Kinderbetreuung und technische Berufe.

Arbeitsverdichtung als Gesundheitsrisiko: Warum Prävention für Unternehmen zum harten Kostenfaktor wird

Die resultierende Arbeitsverdichtung ist für BGM-Verantwortliche kein weiches Thema mehr, sondern ein harter Kostenfaktor – über Krankenstand, Fluktuation und Unfallquote.

Was die Zahlen für BGM bedeuten

Arbeitsverdichtung schlägt direkt auf die Gesundheitsquote durch. Laut Ad-hoc-news.de zeigen sich Überlastungssymptome früh und messbar: Gereiztheit, sinkende Fehlertoleranz, mangelnde Kommunikation im Team. Parallel steigt die Unfallgefahr. Deutschland belegt im Public Health Index einen der hinteren Plätze – ein Indikator dafür, dass Prävention bislang nicht im Verhältnis zur Belastung skaliert wurde.

  • Größte Engpässe: Pflege, Kinderbetreuung, technische Berufe
  • Politische Antwort: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken kündigte eine nationale Präventionsoffensive zur Weiterentwicklung des Präventionsgesetzes von 2015 an
  • AOK Rheinland/Hamburg begrüßt die Pläne und fordert nachhaltige Präventionsstrukturen

Konkrete Programme – was tatsächlich funktioniert

Ad-hoc-news.de beschreibt zwei wirksame Hebel: standardisierte Führungskräftetrainings und messbare Präventionsangebote. Für einen globalen Konzern wurde ein Blended-Learning-Programm aus Web-Based-Trainings, virtuellen Einheiten, Präsenzphasen und Microlearnings entwickelt. Ziel ist gesundheitsorientierte Führung im Alltag – skalierbar und mehrsprachig, nicht als einmaliger Workshop.

Ein konkretes Beispiel liefert Novomatic: Am Hauptstandort Gumpoldskirchen wurde ein neues Gesundheits- und Sicherheitszentrum eröffnet. Beim Novo-Company Day am 10. Juli 2026 nutzten laut AutomatenMarkt über 1.000 Beschäftigte Gesundheitschecks, Lungenfunktionstests, Ergonomie-Beratungen sowie Sicherheitstrainings wie Feuerlöschübungen. Das Format ist Teil der Initiative „Enjoy Working With Us" – ein jährlicher, planbarer BGM-Baustein.

Zur Einordnung aus der Branche:

  • TÜV Rheinland unterstützt mit Whitepapern und spezialisierten Workshops
  • Eine Expertin der EAH Jena rät, zunächst belastbare interne Präventivstrukturen zu schaffen, bevor Hochschulpartnerschaften eingegangen werden – entscheidend sind abgestimmte Erwartungen und Ressourcen

Kosten-Nutzen-Check für Verantwortliche

Eine Veranstaltung des Heidelberger Bündnisses für Ausbildung und Arbeit zeigt laut Ad-hoc-news.de: Das Gehalt steht nicht mehr an erster Stelle. Emotionale Bindung, Vertrauen und gelebte Unternehmenskultur entscheiden zunehmend, ob Beschäftigte bleiben. Unternehmensberater empfehlen daher Anreize statt Kontrolle.

Für das BGM heißt das: Angebote müssen skalierbar, messbar und wiederholbar sein. Keine einzelnen Aktionen im Quartal, sondern ein integriertes Konzept aus Ergonomie, Stressprävention und Bewegung. Die zentrale Frage ist nicht „Wellness ja oder nein", sondern: Welche Maßnahme senkt nachweislich Krankenstand und Fluktuation – und was kostet sie im Verhältnis dazu? Wer das intern beziffern kann, hat den Fachkräftemangel im eigenen Betrieb bereits entschärft.