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Warum betriebliche Prävention heute ein entscheidender Wirtschaftsfaktor ist

Die Datenlage ist eindeutig: Betriebliche Prävention ist kein Wellness-Feature mehr, sondern ein betriebswirtschaftlicher Hebel.

Warum betriebliche Prävention heute ein entscheidender Wirtschaftsfaktor ist

Nach einer Studie der Techniker Krankenkasse fühlen sich 66 Prozent der Beschäftigten in Deutschland häufig gestresst – innerhalb von zehn Jahren stieg dieser Anteil um 16 Prozent. Die Folge sind Rekordausfallzeiten.

Der volkswirtschaftliche und betriebliche Schaden

Die DAK-Gesundheitsdaten bestätigen das Problem. Psychische Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit, mit durchschnittlich fast 33 Fehltagen im Jahr 2024. Das ist deutlich mehr als bei Atemwegs- oder Muskel-Skelett-Erkrankungen. Die Kosten tragen Unternehmen direkt: durch Produktivitätsausfälle und steigende Lohnfortzahlung. Ein OECD-Bericht spricht von jährlichen Kosten in Milliardenhöhe allein in Europa. Burn-out ist hier ein relevanter Faktor, auch wenn die Diagnose oft untererfasst wird.

Prävention mit messbarem Ergebnis

Die gute Nachricht: Investitionen in mentale Gesundheit rechnen sich. Das Beispiel des IT-Dienstleisters MIC aus Linz zeigt das Potenzial. Mit rund 600 Mitarbeitern und einem Fokus auf Resilienztraining und psychischem Wohlbefinden konnte das Unternehmen seinen Krankenstand um 25 Prozent unter den Branchenschnitt drücken. Die Fluktuationsrate liegt bei 6,6 Prozent – weit unter dem Branchendurchschnitt von 15 bis 20 Prozent. Das sind harte Kennzahlen, die für eine systematische Präventionsstrategie sprechen.

Die Lücke in der Umsetzung

Trotz solcher Erfolge klafft eine Umsetzungslücke. Der Optro BCM Report 2026 zeigt: Während 92 Prozent der Unternehmen ihre Wiederherstellungsziele im Krisenfall für realistisch halten, schaffen dies tatsächlich weniger als 40 Prozent. Ein Grund ist die Abhängigkeit von externen Partnern. Hier setzt die Forderung nach resilienteren Strukturen und digitaler Souveränität an – auch unter regulatorischen Aspekten wie der NIS2-Richtlinie. Prävention muss deshalb aktiv, frühzeitig und in die Unternehmensprozesse integriert werden. Strategien zum Stressabbau sind für die Belegschaft genauso wichtig wie die Schulung individueller Resilienz.