Dein Weg zu innerer Balance.
ashe-massagen.

Welpenvideos im Büro: Senken kurze Tierclips den Stress am Arbeitsplatz?

Eine neue Studie des Seoul National University Bundang Hospital mit 66 koreanischen Büroangestellten zeigt: Wer an fünf Tagen pro Woche insgesamt 15 Minuten lang gezielt produzierte Welpenvideos schaut, senkt messbar Blutdruck, Puls und Angstwerte.

Kilian Dornbusch, BGM-Berater und Experte für betriebliche Prävention · aktualisiert 31. August 2026

Welpenvideos im Büro: Senken kurze Tierclips den Stress am Arbeitsplatz?

Für das betriebliche Gesundheitsmanagement liefert die Untersuchung einen ungewöhnlich niedrigschwelligen Interventionsansatz – dessen Übertragbarkeit auf deutsche Arbeitsplätze allerdings noch offen ist.

Studiendesign und Kernergebnisse

Das Team um Professor Song Young-hwan (Pädiatrie) und Professor Park Chul (Chonbuk National University) ließ die Probanden fünf dreiminütige Sequenzen betrachten: Welpen beim Wasserspiel, beim freien Laufen, im Spielzeugauto sowie im Blickkontakt zu einer Mutterhündin mit Jungen. Die bewusste Kameraführung aktiviert laut Studie das sogenannte Baby-Schema – runde Gesichter, große Augen, kleine Nasen –, das instinktive Zuwendung auslöst und in der Verhaltensforschung als physiologisch wirksam beschrieben wird.

In der Gruppe mit bereits erhöhtem Blutdruck (systolisch über 120 oder diastolisch über 80 mmHg) sank der systolische Wert im Schnitt von 125,23 auf 118,58 mmHg, der diastolische von 88,28 auf 83,38 mmHg. Die Herzfrequenz reduzierte sich um 4,12 Schläge pro Minute. Parallel verbesserte sich der State-Anxiety-Wert (STAI-S) in dieser Gruppe um 9,43 Punkte, in der normotonen Vergleichsgruppe um 6,64 Punkte.

Skalierbarkeit: digital, kostenlos, aber nicht selbstläufer

Aus BGM-Sicht ist die Skalierbarkeit der entscheidende Befund. Ein digitaler Videokanal mit 15-Minuten-Interventionsdauer lässt sich ohne Raum-, Personal- oder Materialaufwand in den Arbeitsalltag integrieren – kein Termin, keine Anfahrt, keine externe Buchung wie bei klassischen Massage- oder Ergonomieangeboten. Die direkten Kosten tendieren gegen null.

Die entscheidende Variable ist allerdings die Adhärenz. Eine einmalige Bereitstellung von Videomaterial erzeugt keinen nachhaltigen Effekt; erst die tägliche Wiederholung über mehrere Wochen produziert die gemessenen physiologischen Veränderungen. Unternehmen stehen damit vor der klassischen BGM-Hürde: Gewohnheitsbildung schlägt Verfügbarkeit.

Was HR vor einer Übernahme prüfen sollte

Die Stichprobe umfasste 66 Personen aus einem südkoreanischen Arbeitskulturkontext. Eine Übertragbarkeit auf mitteleuropäische Belegschaften ist nicht belegt. Vergleichsdaten zu etablierten Kurzinterventionen wie progressiver Muskelentspannung, Atemübungen oder strukturierten Bewegungspausen fehlen in der Studie. Wer das Format pilotweise anbietet, sollte Vorher-nachher-Messungen mit standardisierten Instrumenten – Blutdruck, validierter Stressfragebogen – kombinieren, um den tatsächlichen internen ROI belastbar zu bewerten, statt sich auf importierte Effektgrößen zu verlassen.