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Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Strategien für Lehrende und Teams

Die indische Krishna Kanta Handiqui State Open University (KKHSOU) in Guwahati hat im Rahmen der 7. National Social Work Week 2026 ein Programm zur psychischen Gesundheit für Lehrende durchgeführt.

Kilian Dornbusch, BGM-Berater und Experte für betriebliche Prävention · aktualisiert 20. August 2026

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Strategien für Lehrende und Teams

Wenn Hochschulen Prävention ernst nehmen

Im Fokus: arbeitsbedingter Stress, individuelle Stressreaktionen und praktische Strategien zur emotionalen Stabilisierung. Für Entscheider in der betrieblichen Gesundheitsförderung ist das mehr als eine Randnotiz aus der Hochschullandschaft – es zeigt, wie Institutionen jenseits des klassischen Unternehmensumfelds Prävention operationalisieren.

Was KKHSOU konkret umgesetzt hat

Das Programm fand auf dem City Campus der Universität statt und wurde von der Fakultät für Sozialarbeit organisiert. Prof. Joydeep Baruah, Direktor der Surya Kumar Bhuyan School of Social Sciences, betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung psychischer Gesundheit für die Stärkung von Einzelpersonen, Berufsbeziehungen und akademischen Gemeinschaften.

Als Fachreferentin gewonnen wurde Tribenee Bhattacharyya, NLP-Therapeutin und Gründerin von Optimista. Sie arbeitete mit den Teilnehmern an konkreten Themen: Emotionsregulation, gesunde Bewältigungsmechanismen, sinnstiftende Beziehungen im Berufsalltag. Zum Einsatz kamen interaktive Übungen, Stress-Identifikations-Workshops und praxisnahe Techniken. Der Abschluss kam vom Universitätsregistrator Prof. Pranab Saikia, der die Relevanz psychischer Gesundheit in akademischen und beruflichen Umfeldern unterstrich.

Was Unternehmen daraus ableiten können

Das Programm deckt sich mit dem, was in der betrieblichen Gesundheitsförderung längst als Stand der Erkenntnis gilt: Psychische Belastung im Beruf beginnt nicht erst bei der Diagnose Burnout, sondern zeigt sich in Schlafstörungen, sozialem Rückzug, Stimmungsschwankungen und erhöhter Krankheitsabwesenheit. Die Kompasiana-Analyse zu Workplace-Mental-Health nennt als Frühindikatoren unter anderem häufige Stimmungswechsel, mehrere Tage Abwesenheit ohne klare körperliche Ursache sowie Vermeidungsverhalten gegenüber Teaminteraktion.

Für HR-Verantwortliche und Geschäftsführung ergeben sich daraus drei pragmatische Prüfpunkte:

  • Früherkennung strukturieren: Regelmäßige, niedrigschwellige Formate – wie das KKHSOU-Programm sie für Lehrende umgesetzt hat – lassen sich auf Unternehmen übertragen. Workshops zur Stress-Selbstreflexion sind skalierbar und messbar.
  • Praktische Kompetenzen vermitteln: Nicht Appelle, sondern konkrete Techniken zur Stressbewältigung. Körperbasierte Ansätze wie gezielte Entspannungs- oder Massageangebote am Arbeitsplatz greifen dort, wo kognitive Programme an Grenzen stoßen.
  • Kosten-Nutzen kalkulieren: Jeder Tag Krankenstand kostet ein Unternehmen durchschnittlich zwischen 200 und 400 Euro. Programme, die auch nur einen Bruchteil der psychisch bedingten Abwesenheiten reduzieren, refinanzieren sich schnell.

Die Initiative der KKHSOU ist kein esoterisches Wellness-Event, sondern ein strukturiertes Präventionsformat mit klarem Adressatenkreis und nachvollziehbarem Aufbau. Genau diese Nüchternheit macht es als Blaupause für Unternehmen interessant – ob in der Hochschule, im Mittelstand oder in der Konzernzentrale.