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Burnout am Arbeitsplatz vorbeugen: Strategien für mentale Gesundheit im Team

Jüngste Erhebungen aus Kanada zeigen einen klaren Trend: Beschäftigte berichten häufiger als im Vorjahr von einer Verschlechterung ihrer psychischen und körperlichen Gesundheit.

Kilian Dornbusch, BGM-Berater und Experte für betriebliche Prävention · aktualisiert 04. September 2026

Burnout am Arbeitsplatz vorbeugen: Strategien für mentale Gesundheit im Team

Nach einer Umfrage von Leger und Dialogue Health Technologies unter mehr als 1.000 Arbeitnehmern und über 200 Arbeitgebern geben 35 Prozent der kanadischen Beschäftigten an, dass sich ihre psychische Gesundheit verschlechtert habe – gegenüber 30 Prozent im Vorjahr. Auch bei der körperlichen Gesundheit, der Schlafqualität und der finanziellen Lage zeigen die Werte nach oben.

Belastungsindikatoren im Personalmanagement

Konkret berichten 30 Prozent der Befragten von einem Rückgang der körperlichen Gesundheit (Vorjahr: 21 Prozent), 38 Prozent von schlechterem Schlaf (26 Prozent) und 35 Prozent von einer Verschlechterung der finanziellen Situation (29 Prozent). Aus Sicht der betrieblichen Prävention sind diese Werte relevant, weil sie über mehrere Dimensionen gleichzeitig ansteigen. Schlafdefizite und finanzielle Sorge wirken dabei als Stressoren, die den Krankenstand mittelfristig treiben. Für HR-Verantwortliche heißt das: Die übliche Einzelmaßnahme reicht nicht mehr. Gefragt ist ein skalierbares Paket aus Ergonomie, Erholungsfenstern und niedrigschwelliger Beratung.

Was Beschäftigte und Arbeitgeber konkret umsetzen können

Emma Wasilak von Sunbeam Family Services hat im Rahmen der Reihe Therapy Thursday bei News 9 auf einfache, aber wirksame Hebel hingewiesen. Beschäftigte sollten Pausen tatsächlich nutzen, E-Mails ruhen lassen, kurze Dehnübungen oder Spaziergänge einplanen und bewusst atmen. Arbeitgebern empfiehlt sie, Gespräche über psychische Gesundheit zu normalisieren und vorhandene Angebote wie Employee Assistance Programs aktiv zu kommunizieren. Die Maßnahmen sind kostengünstig, ihre Wirksamkeit hängt allerdings davon ab, ob Vorgesetzte sie mittragen und kontrolliert Freiräume sichern. Mobile Massage, kurze Bewegungs- oder Atempausen lassen sich in bestehende Schichtmodelle integrieren, ohne die Produktivität messbar zu senken.

Was bleibt zu beobachten

Zwei weitere Signale aus dem Umfeld verdienen Aufmerksamkeit: Project Healthy Minds und Forschende der Harvard Business School kündigen an, die Datenbasis zur psychischen Gesundheit der Belegschaft auszuweiten. In Bangalore startet derweil unter Leitung von Dr. Sreeleha Sreedevi ein ärztlich begleitetes Health-Coaching-Programm gegen urbanen Burnout. Beide Initiativen liefern in den kommenden Monaten belastbarere Kennzahlen. Unternehmen, die jetzt ihre Kennzahlen zu Krankenstand, Fluktuation und EAP-Nutzung sauber erfassen, schaffen sich die Vergleichsbasis, um später belastbare ROI-Aussagen zu treffen statt auf Bauchgefühl zu setzen.